Bandscheibenvorwölbung genauso schmerzhaft wie Vorfall?

07.09.2017 von itserika
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Hi! Ich habe einen Bandscheibenvorfall und wirklich höllische Schmerzen. Gestern war ich beim Arzt, der mich geröntgt hat und meinte, dass es aber nur halb so schlimm sei, weil ich nur eine Bandscheibenvorwölbung hätte und keinen massiven Bandscheibenvorfall. Ist da echt ein Unterschied? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Schmerzen noch schlimmer sein könnten, ich komme jetzt schon nur mit Tabletten vollgepumpt über den Tag. Kennt sich da jemand aus? Wo ist der Unterschied? Ist ein echter Vorfall tatsächlich noch schmerzhafter?

Antworten: 1

verbena
verbena 09.10.2017

Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen Bandscheibenvorwölbung und Bandscheibenvorfall. Die Vorwölbung ist quasi die Vorstufe des Vorfalls. Ich erkläre dir kurz den Unterschied und was im Körper passiert:

  • Bandscheibenvorwölbung: Jede Bandscheibe hat einen Gallatkern und einen Faserring. Wenn wir älter werden oder auch wenn wir uns zu wenig bewegen, wird der Faserring rissig und der Gallatkern rutscht ein wenig vor. Die Bandscheibe ist quasi ausgeleiert wie ein platter Reifen. So einen Vorfall kann man sogar haben, ohne dass es wehtut. Trifft der Gallatkern aber auf einen Nerv des Spinalkanals tut es höllisch weh. Dafür muss die Vorwölbung nicht groß sein, die falsche Position reicht für den Schmerz aus.
  • Bandscheibenvorfall: Ist der Faserring nicht nur ausgeleiert, sondern komplett gerissen, tritt der Gallatkern verstärkt hervor und drückt verstärkt auf die Spinalnerven. Das Gewebe kann dann auch komplett austreten und für starke Schmerzen sorgen, die bis ins Bein ausstrahlen oder sogar Lähmungserscheinungen verursachen.

Mittels Röntgen sieht man den Bandscheibenvorfall bzw. die -vorwölbung nur bedingt gut. Besser geeignet wäre hier ein Kernspin.

Fazit: Es kann schon sein, dass du "nur" eine unglücklich platzierte Bandscheibenvorwölbung hast. Da diese dich aber so quält und dein Arzt den Ernst der Lage nicht zu erkennen scheint, würde ich mir eine Zweitmeinung einholen. Vor allem Physiotherapie könnte dir ergänzend noch gut weiterhelfen und dich auf Dauer von den Schmerzmitteln holen.

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