Ist WLAN Strahlung gefährlich?

Ist WLAN Strahlung gefährlich?

27.06.2017 von multimutti
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Hallöchen zusammen!
Eine Bekannte meinte gestern zu mir, daß die Strahlung vom WLAN im Haus sehr, sehr ungesund und gefährlich wäre. Das hat mir richtig Angst gemacht, vor allem weil wir drei kleine Kids haben. Wenn das WLAN wirklich gesundheitsschädlich wäre, warum wird dann nicht davor gewarnt? Außerdem hat doch heute jeder WLAN zuhause. Einen Funkrouter und mehrere Handys, wo immer WLAN angeschaltet ist. Was ist dran an der Behauptung, WLAN sei gefährlich?

Bitte um Aufklärung - danke sehr,
Theresa

Antworten: 2

Beste Antwort
blechtrommel
blechtrommel 27.06.2017

Du stellst dir da eine Frage, die weitaus häufiger gestellt wird, als man glauben mag. Ich versuche mal, hier ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten - obwohl ich natürlich keinen Zugriff auf irgendwelche Forschungsergebnisse aus Feldstudien habe, der für eine stichhaltige Beweisführung nötig wäre. Es existieren aber durchaus Fakten, auf deren Grundlage ich nachfolgende Ausführungen fuße:

Ist die WLAN-Strahlung sehr ungesund und gefährlich?

Zunächst einmal kann ich dich beruhigen, denn deine Bekannte übertreibt da maßlos. Richtig ist allerdings, dass jede Art von Strahlung in irgendeiner Form auf die Gesundheit einwirkt - selbst in geringster Strahlendosierung. Besonders empfindliche Menschen können durchaus eine gewisse "Fühligkeit" entwickeln und entsprechend auf elektromagnetische oder auch Funkwellen reagieren. Das ist aber auf der einen Seite sehr selten und auf der anderen Seite müssen dafür auch gewisse Voraussetzungen gegeben sein, die nachfolgend noch Erwähnung finden werden.

Fakten zur Strahlung

Strahlung, die von elektrischen Geräten ausgeht, wird in der Fachwelt mit dem Wert SAR angegeben. Auf der Grundlage dieser Bewertung lassen sich sämtliche elektronisch betriebenen Geräte klassifizieren, sodass eine Einteilung in "unbedenklich" bis "stark gefährdend" vorgenommen werden kann.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Strahlungsintensität, ausgehend von der Strahlungsquelle, sehr stark abnimmt, je weiter man von der Quelle entfernt ist. Dazu ein kleiner Vergleich:

  • SAR (Strahlungswert) aktueller WLAN-Router: 0.1 - 0.3
  • SAR (Strahlungswert) iPhone 6: 0.97

Die Messergebnisse werden direkt am Ausgangsgerät genommen, wodurch direkt klar wird, dass ein Smartphone weitaus mehr Strahlung abgibt als ein WLAN-Router. Die Strahlungsintensität nimmt dabei, wie schon erwähnt, rapide ab, je weiter man sich von der Strahlungsquelle entfernt. Betrachtet man nun den Umstand, dass man ein Smartphone beim Telefonieren, direkt an sein Ohr hält, erkennt man gleich, dass die Strahlungsintensität (sowohl Stärke als auch mögliche Auswirkung) bei der Handynutzung extrem viel stärker ist als bei der Nutzung von WLAN. Im Mittel nimmt die Strahlungsintensität bereits bei einem Meter Abstand von der Quelle bereits um rund 80% ab.

Essenz dieser Ausführungen

Dass die Strahlung von WLAN sich auf die Gesundheit auswirken könnte, ist theoretisch durchaus möglich. Aufgrund der Strahlungsstärke kann aber, realistisch betrachtet, davon ausgegangen werden, dass ein WLAN-Router gesundheitlich unbedenklich ist und deshalb ohne Gewissensbisse genutzt werden kann. Um langfristig das Risiko zu minimieren, bietet es sich an, den Router beispielsweise nicht gerade am Kopfende des Bettes zu platzieren und die WLAN-Funktion, wenn man sie nicht braucht (z.B. nachts), zu deaktivieren.

Deine Sorgen sind also unbegründet - frohes Surfen wünsche ich „lachen“-Emoticon

mamapetra
mamapetra 28.06.2017

Hi @multimutti,

ganz so entspannt wie @blechtrommel sehe ich die Angelegenheit nicht.

Elektrosmog und auch die Strahlung, die von WLAN-Routern verursacht wird, sorgt bei elektrosensiblen Menschen immer wieder nachweislich für Probleme. Von der Industrie werden sie nicht anerkannt, ihre Beschwerden als „rein psychisch“ abgetan. Hier geht es um Geld. Niemand will auf WLAN verzichten, nur weil es möglicherweise schädlich ist. (Ich auch nicht.)

Aber ich habe mit großem Interesse ein Projekt verfolgt: Dänische Schülerinnen machten einen kleinen Versuch. Sie kauften zweimal Gartenkresse. Einen Kasten stellten sie in einen Raum mit WLAN Router, einen in einen Raum ohne Router. Die Räumen waren sich ähnlich. Sie achteten auf die gleiche Raumtemperatur, die gleiche Lichteinstrahlung und versorgten die Kresse mit derselben Menge Wasser. Ergebnis nach 12 Tagen: Die Kresse in dem Raum ohne WLAN war sehr gut entwickelt, grün und gesund. Die Kresse in dem anderen Raum mit dem WLAN Router war braun, kaum entwickelt und zeigte sogar Mutationen. Die Schülerinnen wiederholten ihren Versuch. Das Ergebnis war gleich.

Das sollte zu denken geben. Wenn WLAN-Strahlung, die so gering ist, eine solch starke Auswirkungen auf Pflanzen hat, wie wirkt sie dann auf Menschen und Tiere? 

Fachleute sind sich uneins. Es kommt auch darauf an, wer sie bezahlt. Der Strahlenbiologe Prof. Dr. med. Edmund Lengfelder ist kritisch und hält es für gesundheitlich bedenklich, den Körper dauerhaft elektromagnetischen Feldern auszusetzen.

Wenn es um die Prüfung der Bedenklichkeit und die Zulassung von neuen technischen Geräten geht, wird übrigens die Erwärmung des Körpers als Grenzwert betrachtet. Andere Werte nicht. Wir alle nutzen jeden Tag zahlreiche Geräte, die elektromagnetische Felder erzeugen. Unser WLAN und unser Smartphone sind nur zwei davon.

Das Bundesamt für Strahlenschutz verweist auf den heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Demnach gibt es kein Problem. Aber… Pressesprecherin Anja Lutz erklärte öffentlich, dass man Gehirntumore und andere Langzeitfolgen nicht mit Sicherheit ausschließen könne.  Dafür gibt es WLAN und Smartphone noch nicht lange genug. Wie sich das alles auswirkt, muss erst noch eingehend untersucht werden.

Man weiß, dass die elektromagnetischen Felder, die entstehen, wenn man mit Smartphone oder Handy telefoniert, sehr stark sind. Darum sollte man das Handy nicht direkt am Körper tragen und möglichst kurz telefonieren. Es strahlt ununterbrochen. 

Sicherheitsmaßnahmen

  • Festnetztelefon dem Handy/Smartphone vorziehen.
  • Headset verwenden, denn dadurch ist das Handy/Smartphone weiter weg vom Ohr und Gehirn.
  • Mit Smartphones lieber WLAN nutzen als die Mobilfunkstandards UMTS, GSM oder LTE.
  • Notebooks, die am WLAN hängen, nicht dauernd auf dem Schoß halten.  
  • Netzwerkkabel statt WLAN nutzen, wenn es möglich ist.
  • Möglichst großen Abstand zum WLAN Router einhalten.
  • Wenn der Router nicht genutzt wird (nachts), ausschalten.

Diese Dinge sind leicht umzusetzen. 

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