Warum werden Antidepressiva auch bei Rückenschmerzen verschrieben?

11.09.2017 von bertram
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Meine Frau war wegen Rückenschmerzen beim Arzt und kam dann mit einem Rezept für Antidepressiva wieder heim. Die möchte sie jetzt aber nicht nehmen, weil sie Angst hat abhängig zu werden. Verstehe ich irgendwo, sie ist ja nicht wegen psychischer Probleme hingegangen. Ihrem Rücken hilft das jetzt natürlich nicht, nochmal stundenlang in die Sprechstunde will sie aber auch nicht. Der Arzt würde ja vermutlich eh nur fragen, warum sie die Tabletten nicht nimmt.

Macht das denn wirklich Sinn? Er hat ihr leider nicht erklärt, was er da verschreibt und sie hat sich dann in der Apotheke total gewundert. Ist das normal, dass Antidepressiva bei Rückenschmerzen verschrieben werden? Hat das jemand von euch auch schonmal erlebt? Und vor allem: Helfen die dann?

Antworten: 1

kleinehexe
kleinehexe 11.09.2017

Auch wenn es erst mal verrückt klingt: Antidepressiva werden gerade bei chronischen Rückenschmerzen gar nicht mal so selten verschrieben. Grund dafür ist, dass Antidepressiva in die Botenstoffe des Körpers und deren Verarbeitung eingreifen.

Genau diese Botenstoffe sind auch an der Entstehung chronischer Rückenschmerzen beteiligt, und deshalb werden in bestimmten Fällen Antidepressiva gegen Rückenschmerzen verschrieben. Ganz besonders oft ist das der Fall, wenn die Rückenschmerzen mit Stress und depressiven Verstimmungen zusammenfallen, denn dann kann das Medikament gleich von zwei Seiten aus wirken.

So eine Therapie sollte aber natürlich vom Arzt überwacht werden. Schließlich sind Antidepressiva nicht ganz ohne - bei richtiger Anwendung aber auch kein Beinbruch! Dass er seine Wahl nicht mal begründet hat, finde ich allerdings ehrlich gesagt etwas unseriös.

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