PG und VG bei der E-Zigarette?

PG und VG bei der E-Zigarette?

04.01.2018 von dressedlike
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Guten Abend! Ich möchte unbedingt das Rauchen aufgeben und informiere mich momentan viel über E-Zigaretten. Dabei gibt es auch diese Abkürzungen PG und VG, was wohl Stoffe in den Liquids sind. Wer kann mir hier verständlich erklären, was PG und VG genau für Substanzen sind, wofür sie da sind und wie schädlich die für die Gesundheit sind (falls es da Angaben gibt). Was ist denn besser von beiden, also was sollte man eher kaufen? Gibt es große Unterschiede? Danke für eine Aufklärung „lachen“-Emoticon

Antworten: 1

danielhh
danielhh 05.01.2018

Liquids für E-Zigaretten bestehen aus PG (Propylenglykol), VG (Vegetable Glycerin) und Aroma. Manchmal ist auch ein Anteil destilliertes Wasser und je nach Präferenz des Dampfers natürlich auch Nikotin enthalten.

Es handelt sich bei PG und VG also um wichtige Hauptbestandteile des Liquids. Beide Stoffe haben Gemeinsamkeiten, aber es gibt auch große Unterschiede, daher eine kurze Erklärung.

PG (Propylenglykol)

Die Abkürzung PG steht für Propylenglykol. Wie die Endung "-ol" verrät, handelt es sich dabei im chemischen Sinne um einen Alkohol. Die Kohlen-Wasserstoff-Verbindung PG ist eine ölige, klare, stark hygroskopisch (wasseranziehend) wirkende Flüssigkeit.

PG findet nicht nur in Liquids für E-Zigaretten Verwendung, sondern wird auch als beliebtes Feuchthaltemittel in Hygieneartikeln wie Zahnpasta, Deo und Cremes sowie in Lösungsmitteln eingesetzt. Propylenglykol (eigentlich 1,2-Propandiol) ist auch unter der Bezeichnung E 1520 als Lebensmittelzusatzstoff innerhalb der EU zugelassen, allerdings nur für die Verwendung als Trägerstoff in Aromen für Kaugummis und bei Nahrungsergänzungsmitteln. Auch als Trägerstoff in diversen Medikamenten und als Wärmeträger in Solaranlagen wird PG eingesetzt.

VG (Vegetable Glycerin)

VG steht als Abkürzung für "Vegetable Glycerin" (deutsch: Pflanzliches Glycerin) und ist ebenfalls ein Alkohol, weshalb es manchmal auch als Glycerol bezeichnet wird. Glycerin ist eine farb- und geruchlose Flüssigkeit, die – wie auch PG – wasseranziehend wirkt.

Glycerin findet in sehr vielen Wirtschaftszweigen Verwendung, unter anderem ebenfalls in Kosmetika und Medikamenten. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Glycerin unter der Bezeichnung E 422 allgemein zugelassen und wird wegen seines süßlichen Geschmacks und als Feuchthaltemittel auch oft eingesetzt.

PG und VG in E-Zigaretten Liquids

Die wichtigsten Unterschiede von PG und VG als Bestandteile von Liquid bei E-Zigaretten:

PG - Eigenschaften in Liquids

  • PG ist deutlich dünnflüssiger als VG und vermeidet damit Nachflussprobleme des Liquids, denn der Verdampfer einer E-Zigarette muss stets mit Liquid benetzt sein, damit er nicht überhitzt oder beschädigt wird.
  • PG sorgt für den sogenannten "hit" oder "throat-hit" im Hals - also dem typischen Gefühl, das man auch beim Rauchen hat, wenn man den Qualm inhaliert. Gerade für Menschen, die von Zigaretten auf E-Zigaretten umsteigen, ist das ein sehr wichtiges Kriterium.
  • PG ist geschmacklos und ein besserer Aromaträger als VG. Liquids mit höherem PG-Anteil werden deshalb oft geschmacklich besser und intensiver empfunden. Aromen werden durch PG nicht verfälscht.
  • PG sorgt eher für einen trockenen Mund als VG

VG - Eigenschaften in Liquids

  • VG sorgt im Liquid für die Dampfentwicklung. Je höher der VG-Anteil, desto intensiver und dichter der Dampf. Vielen Konsumenten sind starke, reichhaltige Dampfwolken für den Genuss sehr wichtig.
  • VG besitzt im Vergleich zu PG eine deutlich höhere Viskosität und ist damit sehr viel zähflüssiger. Bei Liquids mit sehr hohem VG-Anteil kann es je nach verwendetem Verdampfer und Dampfverhalten bei Unachtsamkeit zu Nachflussproblemen kommen, weshalb es für Dampf-Anfänger nicht unbedingt zu empfehlen ist.
  • VG ist bei der Inhalation weich im Hals
  • VG kann aufgrund seines süßlichen Grundgeschmacks Aromen verfälschen oder sich zumindest spürbar auf den Geschmack des Liquids auswirken

Bestes Verhältnis von PG/VG?

Ein "bestes" oder "perfektes" Verhältnis von PG/VG gibt es nicht. Je nach verwendeter E-Zigarette (Verdampfer) und persönlichem Geschmack muss das jeder für sich entscheiden und das für sich ideale Mischungsverhältnis selbst finden.

Mit einem Mischungsverhältnis von 50/50 ist man bei Liquids und Basen auf der sicheren Seite, weshalb die meisten Liquid-Basen auch mit diesem Mischungsverhältnis angeboten werden. Zugverhalten und Dampfentwicklung liegen in einem ausgewogenen Verhältnis, was für die meisten E-Raucher befriedigend ist.

Als Anfänger sollte man vielleicht auch mit 50% PG / 50% VG beginnen und sich nach und nach an seinen persönlichen Geschmack herantasten. Grundsätzlich werden fertige Basen und Liquids nicht nur in 50/50, sondern auch mit anderen Mischungsverhältnissen angeboten. Weitere gängige und verbreitete Mischungsverhältnisse sind zum Beispiel 60% PG, 30% VG, 10% Wasser – 80/20 PG/VG oder 70/30 PG/VG.

Gesundheitliche Aspekte und Verträglichkeit

E-Zigaretten vs. Tabakzigaretten

Sowohl PG als auch VG als Hauptbestandteile von E-Liquids sind zunächst nicht-toxische, also ungiftige Substanzen. Eine karzinogene (krebserregende) Wirkung bei der Inhalation der Stoffe konnte bis heute wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Nach mehreren Studien werden die Substanzen nach aktuellem Stand als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Wichtige Studien:

Eine weitere Studie (siehe Fraunhofer) bestätige auch, dass bei E-Zigaretten eine Freisetzung von krebserregendem Formaldehyd nicht nachgewiesen werden konnte.

PG-Unverträglichkeit

PG (Propylenglykol) kann bei manchen Menschen zu einer Unverträglichkeit oder Allergie führen. Eine PG-Unverträglichkeit ist allerdings sehr selten. Symptome sind denen einer Kontaktallergie ähnlich, es können Entzündungen und Hautreizungen an Mund und Schleimhäuten sowie Pickel an der Haut rund um Mund und Nase auftreten. Ein Umstieg auf ein VG-Liquid bzw. auf ein Liquid mit höherem VG-Anteil kann hier helfen.

PG-Studien an Tieren

In einer Studie an Tieren (Ratten und Hunde) gab es unter sehr hoch konzentrierter und lang anhaltender Verabreichung von PG eine geringe Abnahme von roten Blutkörperchen, allerdings in einem Maß, dass sich wohl nicht auf die Gesundheit von Menschen auswirken kann.

In einer weiteren Studie wurden Hunde über einen Zeitraum von 11 Monaten mit PG bedampft. Hier konnten im Ergebnis ebenfalls keine starken Auswirkungen auf die Gesundheit oder sonstige Schädigungen beobachtet werden.

Kritik an Liquid-Aromen

Öffentlich wurde schon mehrfach in diversen Medien auf Risiken bei den in Liquids enthaltenen Aromastoffen hingewiesen. Das darin enthaltene Benzaldehyd ist bei hoher Dosis gesundheitsgefährdend (jedoch nicht krebserregend) und kann Reizungen hervorrufen, doch bei den durch Liquids aufgenommenen Mengen kann das Risiko nach allgemeiner Meinung vernachlässigt werden.

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