Wie betreibt man Ahnenforschung?

Wie betreibt man Ahnenforschung?

17.06.2017 von weepingangel
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Hallo,
In den letzten Monaten habe ich mich viel mit der Vergangenheit unserer Familie beschäftigt, wobei mich speziell interessiert, was meine Urgroßeltern in der NS-Zeit gemacht haben. Mir ist aufgefallen, dass es an dieser Stelle einen blinden Fleck in der Familienchronik gibt und ich möchte das aufklären, ich möchte wissen, ob meine Familie blind mitgelaufen ist, oder sich gewehrt hat gegen die Schrecken, die damals vorgegangen sind. Doch ich habe leider keine Ahnung, wie man so etwas herausfinden kann bzw. wie man Ahnenforschung betreibt. Gibt es eine Stelle, an die man sich wenden kann?

Antworten: 1

blechtrommel
blechtrommel 18.06.2017

Hallo Weepingangel,

die Ahnenforschung ist ein wirklich interessantes Themenfeld - insbesondere dann, wenn persönliche Interessen damit verbunden sind. Deine Interessenlage ist ziemlich speziell - und ich muss dir da schon vorab einen kleinen "Dämpfer" verpassen. Ob oder wie deine Großeltern sich während der Zeit des Nationalsozialismus verhalten haben, wirst du nicht in Erfahrung bringen können. Unterlagen aus dieser Zeit, im Speziellen für Menschen, die aus historischer Sicht nicht relevant sind, wird es schlicht nicht geben. Die Gedanken waren auch zu dieser Zeit sprichwörtlich frei.

Die allgemeine Ahnenforschung aber lässt sich, abhängig von der Herkunft deines Familienstamms, relativ einfach gestalten. Du kannst über nachfolgend ausgeführte Möglichkeiten sehr gut deinen Stammbaum rekonstruieren. Beginnen wir also mit den Möglichkeiten, die dir offen stehen:

Verwandte & Nachbarn

Der erste Schritt sollte immer sein, sowohl die Verwandtschaft als auch die direkte Nachbarschaft derer abzuklappern, die evtl. über irgendwelche Informationen verfügen könnten. Das ist vor allem für dich eine interessante Maßnahme, da du hier noch am ehesten an die von dir gewünschten Informationen kommen könntest.

Die Standesämter

Über die Standesämter kommst du an Informationen, die ca. ab dem Jahr 1935 erfasst wurden. Bei diesen Daten handelt es sich in erster Linie um Namen, Wohnort, Beruf etc. - auf der Grundlage dieser Informationen kannst du dann weitere Nachforschungen anstellen.

Die Kirchen und deren beauftragte Stellen

Mit Hilfe der Daten, die du vom Standesamt erhältst, kannst du weitere Nachforschungen anstellen, die über deine Eltern hinaus reichen. Anhand der Meldeadressen, die du über die Auskunft der Standesämter erhalten hast, weißt du, an welche Kirchen du dich wenden musst, um weitere Auskünfte zu erhalten. Bis zur Übernahme der Datenerfassung durch die Standesämter, wurden alle anfallenden Informationen (Familienname, Vorname, Geburtsdatum, Taufdatum, Eheschließungen, Kinder und Eltern) in sogenannten "Kirchenbüchern" festgehalten. Die Informationen, die über die Kirchenbücher zur Verfügung stehen, reichen in der Regel sehr weit zurück. (Ich selbst konnte im ersten Anlauf meinen Stammbaum bis 1623 a. D. zurückverfolgen.

Internationales Rotes Kreuz

Sollte dein Großvater beispielsweise als Kriegsgefangener geführt worden sein, hast du gute Chancen, über das internationale Rote Kreuz an Informationen zu gelangen. Der richtige Anlaufpunkt für dich wäre dann folgendes Seite:

https://www.drk-suchdienst.de/de

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, auch wenn deine Kernfrage nicht positiv beantwortet werden konnte. Aber vielleicht hat ja doch noch jemand eine Idee, die ich nicht bedacht habe.

LG, Michael

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