Haus einbruchsicher machen?

Haus einbruchsicher machen?

10.05.2017 von friedrichsdorf
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Liebe Hausbesitzer (oder Mieter), wir ziehen nun zum ersten Mal in ein eigenes Haus. Vorher in der Wohnung im 3. Stock fühlten wir uns ziemlich sicher. Die Haustüre war abends immer abschlossen und über den Balkon kommt in der Höhe so schnell keiner rein. Nachbarn könnten ja auch was hören, wenn sich jemand bei uns an der Haustüre zu schaffen machen würde.

Nun machen wir uns aber wirklich Gedanken. Alles ist bald ebenerdig und quasi eine Einladung für Einbrecher und Diebe. Die Nachbarn sind weit weg und können nichts hören und nichts sehen und nicht helfen. Was können wir tun, um unser Haus einbruchsicher zu machen? Sollen wir eine Alarmanlage anschaffen oder Kameras? Und für was sollen wir uns entscheiden?

Antworten: 5

Beste Antwort
arthur
arthur 11.05.2017

Die Zahl der Einbrüche nimmt zu. Den Versicherern wurden im Jahr 2016 rund 160.000 Einbrüche gemeldet. Höchststand seit 2003. Darum kann ich eure Sorge gut nachvollziehen. Allerdings frage ich mich, warum ihr dann ein so abgelegenes Haus gewählt habt. Nachbarn zu haben, bringt den Vorteil mit sich, dass noch jemand ein wachsames Auge auf den eigenen Grund und Boden hat.

Aber ihr könnt eine Menge tun, um potentiellen Einbrechern das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Fangen wir mit Grundstück und Garten an:

  • Falls es einen Zaun oder eine Mauer gibt, sollten sie im Idealfall nicht einfach zu überklettern sein. Man kann Zäune und Mauern oben sichern.
  • Garten- und Hoftür sollten hochwertige Schlösser besitzen. Achtet darauf, dass man die Türen nicht einfach aufhebeln kann.
  • Installiert einen Bewegungsmelder und eine Gegensprechanlage.
  • Das Grundstück, besonders die Hauseingänge, sollten gut ausgeleuchtet sein. Damit mutmaßliche Einbrecher das Licht nicht kontrollieren können, ist ein Schalter nur innen sinnvoll.
  • Falls es Bäume oder Sträucher gibt, sollten die weit genug von den Fenstern entfernt sein, sodass niemand sie zum Reinklettern verwenden kann. Schlimmstenfalls müssen sie gestutzt oder entfernt werden.

So sichert man das Haus gegen Einbrecher:

  • Außentüren (auch Keller-, Garagen- und Nebentüren) sollten Schutzbeschläge inklusive Zylinderabdeckungen haben. Achtet auf Prüfsiegel (VdS, DIN). Die Beschläge sollten logischerweise von innen verschraubt sein. Wichtig ist, dass sich der Zylinder bündig im Beschlag befindet. Andernfalls kann er mühelos abgebrochen werden.
  • Die Eingangstür sollte durch ein Zusatzschloss gesichert sein. Allein der Anblick schreckt ab.
  • Eine Kette an der Tür ermöglicht es, die Tür nur einen Spalt zu öffnen. Unbekannte können nicht den Fuß in die Tür stellen und sie aufrücken. Ein Türspion ist ebenfalls sinnvoll (auf den Weitwinkel achten: kann sich jemand im toten Winkel verstecken, ist der Spion wertlos).
  • Sämtliche Fenster inklusive der Dach- und Kellerfenster könnt ihr mit einem Fensterschloss absichern. Achtet darauf, dass die Sicherung sowohl die Scharnier als auch die Schließseite umfasst. (Abschließbare Fenstergriffe braucht ihr nicht. Die bieten keinen Schutz, sondern sind nur hilfreich, wenn man kleine Kinder hat.)
  • Rollläden sind besonders in den unteren Etagen empfehlenswert. Sie sollten innen eine Sicherung besitzen, damit man sie nicht von außen hochdrücken kann.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen:

  • Kameras sehen auf jeden Fall abschreckend aus. Wenn ihr das Geld habt, investiert in eine ordentliche Überwachung.
  • Auch eine Alarmanlage ist sinnvoll.
  • Falls ihr ein gut eingezäuntes Grundstück habt, sind Hunde eine gute Idee. Die Hunde sollten allerdings optisch etwas hermachen und eine gewisse Größe haben. „zwinkern“-Emoticon

Urlaubszeit: Erhöhtes Einbruchsrisiko

Wenn ihr wegfahrt, ist das Risiko, dass jemand bei euch einsteigt, höher. Darum solltet ihr Vorsorge treffen:

  • Klebt ein Schild mit „Keine Werbung einwerfen“ an den Briefkasten. Dann quillt auch in der Urlaubszeit nicht alles raus. Ist der Briefkasten überfüllt, merken Fremde schnell, dass niemand da ist.
  • Direkte Nachbarn habt ihr nicht. Aber ihr könnt eventuell Freunde oder Familienmitglieder bitten, ab und zu bei euch vorbeizufahren, die Rollläden hochzumachen, Licht anzumachen, Laub zu fegen, Lärm zu machen und ein bisschen für Aktivität zu sorgen. Es sollte nicht so wirken, als sei niemand zu Hause. Das Grundstück sollte in eurer Abwesenheit ebenfalls nicht verwahrlosen.
kublai
kublai 11.05.2017

Wenn ihr nicht so viel Geld habt, könnt ihr auch eine ganze Menge Sicherheit gewinnen, indem ihr mit Tricks & Attrappen arbeitet.

  • Bewegungsmelder sind ein Muss. Die kosten nicht viel. Licht alleine wirkt schon ziemlich abschreckend.
  • Kamera-Attrappen mit LED sind ebenfalls für kleines Geld zu haben. Ein ungeschultes Auge sieht nicht sofort, was echt ist und was nicht. Gewiefte Diebe werden es vermutlich allerdings schon erkennen können.
  • Wenn ihr keine Hunde halten wollt, macht auffällige große Schilder an den Zaun und am Haus fest: „Warnung vor dem Hund“.
  • Es gibt auch so genannte „elektronische Wachhunde“. Sie funktionieren im Prinzip wie Bewegungsmelder. Hier geht kein Licht an, sondern man hört realistisch klingendes Hundegebell. Das in Kombination mit der Beschilderung wirkt abschreckend.
  • LED-TV Simulatoren erzeugen dank wechselnder Farben den Eindruck, dass im Haus ein Fernseher läuft.
  • Ein Sirenen-Attrappengehäuse sieht täuschend echt aus. Wenn es außen gut sichtbar platziert wird, schreckt es sicher ab.

Shopping-Tipps gegen Einbrecher:

  1. Alarm-Türstopper: Mechanisch-elektronische Türblockierer kosten nur rund 10,- € und verhindern, dass Fremde unbemerkt das Haus betreten. Er sieht aus wie ein Keil und wird unter die Tür geklemmt. Er hat eine rutschfeste Oberfläche. Drückt jemand von außen gegen die Tür, geht ein Alarm los. Betrieben wird das kleine Gadget mit einer 9-Volt-Batterie. Damit kann man jede Tür im Haus günstig sichern.
  2. Türkralle: Man kennt aus Filmen die Türblockade mit einer Stuhllehne. So ähnlich funktioniert die Türkralle. Man klemmt sie unter Türknopf oder Türgriff, sodass die Klinke nicht mehr heruntergedrückt werden kann. Der robuste Gummifuß verhindert, dass die Kralle wegrutscht. Man kann sie auf jedem Bodenbelag (Fliesen, Laminat, Parkett, Teppich) einsetzen. Kosten: rund 15,- €.
  3. Glasbruchmelder: Man befestigt sie von innen am Glas. Kommt es zu Erschütterungen oder Brüchen, geht ein Alarm los. Gleichzeitig fängt das Gerät an, rot zu blinken.

Man braucht aber Disziplin. Die drei genannten Dinge sind super, aber nur, wenn man sie auch jeden Abend anbringt.

jenny24
jenny24 11.05.2017

Zum Glück wohne ich nur in einer Mietwohnung in einem Mehrparteienhaus in der Stadt. Über all das habe ich mir bisher so gut wie keine Gedanken gemacht.

Standardmäßig haben wir hier Querriegel. Ich würde dir gerade bei den Außentüren und Kellertüren unbedingt zu diesen so genannten Panzerriegeln raten. Normale Eingangstüren lassen sich leicht von kräftigen Männern aufdrücken. Entsteht ein kleiner Spalt, kann der Eindringling einfach die Hebelwirkung nutzen. Er setzt die Brechstange, oder was immer er für ein Werkzeug hat, an und hebelt die Tür auf. 

Der Panzerriegel macht genau das unmöglich, denn der Schlosskasten reicht über das komplette Türblatt. Die Schließkästen sitzen in der Mauer. Wenn der Riegel verschlossen wird, rastet er richtig ein. Das kann nicht aufgehebelt werden.

Es gibt unterschiedliche Arten:

  1. Druckknöpfe (Tür kann nur von innen gesichert werden)
  2. Schlüssel (Tür kann entweder nur von innen oder von innen und außen gesichert werden)

Eine Sicherung von innen und außen ist sinnvoller, sonst hat man keinen Schutz, wenn man ausgeht oder in Urlaub fährt. Wichtig ist außerdem, dass das Querschloss einen Sperrbügel hat. So kann man die Tür ein bisschen aufmachen, aber niemand kann sich reinquetschen. Es gibt auch elektronische Querriegel, die mit einer Alarmanlage gekoppelt sind. Macht sich jemand an der Tür zu schaffen, sendet das Gerät eine SMS oder macht einen Anruf. 

Auf einen Türspion und Bewegungsmelder würde ich ebenfalls nicht verzichten. Ich mache nie sofort auf, nur weil es klingelt. Erst gucke ich durch den Spion und frage per Sprechanlage, was der Besucher von mir will.

Eine tolle Idee ist der Glasbruchmelder, @kublai. Denn was hilft eine gut gesicherte Tür, wenn dann über den Balkon oder durch die Fenster jemand einsteigt.

musikmanager
musikmanager 11.05.2017

Stichwort Überwachung: Ihr braucht ein hochwertiges, robustes System, das wetterfest ist. Es muss praller Sonne, Regen, Schnee und Sturm standhalten. Die Kameras müssen aufzeichnen, nicht nur Live-Bilder zeigen. Ihr seid ja nicht immer da und sitzt am Monitor, um euch anzugucken, was draußen so passiert.

Außerdem sollte die Bildqualität der gemachten Aufnahmen sehr gut sein. Man sieht in tpyischen Aufnahmen von Überwachungskameras auf YouTube, wie schlecht die Qualität ist. Angenommen, es wird eingebrochen. Dann nutzt es nichts, wenn man gerade mal so eben schemenhaft erkennen kann, dass es sich bei dem Einbrecher um einen Mensch handelt. Das ist auch ohne Kamera klar. Zur Identifikation muss man Details, vor allem das Gesicht, erkennen können. Soviel Leistung bringt nur ein professionelles Überwachungssystem.

Von billigen Chinakameras kann ich nur abraten. Ich habe mir einige davon angesehen. Vor allem die Bildqualität ist vollkommen unterirdisch, egal, ob da etwas von HD steht. Da kann man gleich eine Attrappe aufhängen „zwinkern“-Emoticon

Eine Alternative könnte die ABUS IP-Videoüberwachungssets sein. Schau dir das mal an!

need4speed
need4speed 11.05.2017

Spannende Diskussion! Das Haus vor Einbrechern zu schützen, ist auf jeden Fall wichtig in der heutigen Zeit. Dabei kann man passive Maßnahmen ergreifen wie Bewegungsmelder und Alarmanlagen und aktive Maßnahmen einsetzen wie Spezialschlösser.

Die meisten Leute könnten sicher mit den heutigen Möglichkeiten viel mehr tun, um ihr Eigentum zu sichern. 

Kameras oder zumindest Attrappen aufzuhängen, ist zwar an sich eine gute Idee. Zum einen schreckt der Anblick vielleicht wirklich ab. Zum anderen kann man Einbrecher eventuell dadurch identifizieren. Aber es gibt Regeln, an die man sich halten muss. 

  • Videoaufnahmen darf man nur drei Tage bzw. 72 Stunden lang aufheben. Danach müssen sie gelöscht werden.
  • Wenn du im Innenbereich Kameras aufhängst, musst du mit Hinweisschildern auf die Überwachung aufmerksam machen. 
  • Heimliche Aufnahmen mit Überwachungskamera sind verboten. (Das finde ich ärgerlich, denn wenn Einbrecher über das Vorhandensein der Kameras informiert sind, brauchen sie an sich nur eine Maske überziehen... Schon sind sie unerkannt.)
  • Wenn du dein Grundstück überwachst, z.B. die Eingangsbereiche, darfst du keine öffentlichen Wege wie Bürgersteige oder das Nachbargrundstück mit erfassen. Das ist nicht erlaubt. Also kannst du vermutlich keine schwenkbaren Geräte einsetzen.

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